Der digitale Euro soll wie Bargeld sein: sicher und anonym

Warum greift der Verbraucher zu Geldscheinen und Münzen, um zu bezahlen? Bargeld sorgt in erster Linie für Anonymität und Privatsphäre beim Bezahlvorgang. Vor allem in Deutschland genießt Bargeld nicht zuletzt aufgrund dieser Kerneigenschaften einen hohen Stellenwert als Zahlungsmittel. Die Coronakrise führt jedoch zu einem Umdenken in den Zahlungsgewohnheiten: Kontaktloses Bezahlen erfährt einen regelrechten Boom. In ihrer jüngsten Publikation „Report on a digital euro“ hat die Europäische Zentralbank (EZB) festgehalten, dass Bargeld zwar, vorrangig in Deutschland, noch das meistgenutzte Zahlungsmittel ist, dass aber ein deutlicher Trend zu mehr Nutzung von digitalen und innovativen Zahlungsformen erkennbar ist. Diese Veränderung im Zahlungsverhalten lässt sich nicht nur in Deutschland, sondern europaweit feststellen. 

Digitalisierung braucht digitales Geld

Der Zahlungsverkehr im Euroraum muss zukunftsfähig bleiben und auf kurzfristige Veränderungen reagieren können. Die Einführung einer „Central Bank Digital Currency“ (CBDC), eines digitalen Zentralbankgeldes, könnte ein wichtiges Sprungbrett sein, um Digitalisierung und Innovationen in der europäischen Gesellschaft auf ein neues Level zu heben. Die EZB definiert diesen digitalen Euro als ein elektronisches Abbild von Zentralbankgeld, das sowohl Bürgern als auch Unternehmen zur Verfügung stehen soll. Bargeld wird um den CBDC als weitere Zahlungsform ergänzt.

Die Ausgestaltung ist noch offen

Die EZB hat sich bezüglich der Ausgestaltung noch nicht festgelegt. Neben Überlegungen, welche Modelle möglich sind, hat die Zentralbank im oben genannten Bericht ihre (Schlüssel-)Anforderungen für eine solche CBDC definiert. In dem Bericht beschreibt die EZB, unter welchen Voraussetzungen die Einführung eines digitalen Euro notwendig ist und welche Ansätze zur Gestaltung möglich sind.

Feedback erwünscht

Eine breite Akzeptanz des digitalen Euros ist unabdinglich. Zur Beurteilung, wie die CBDC gestaltet werden sollte und welche Anwendungsfälle am besten geeignet sind, hat die EZB im Rahmen einer Online-Konsultation die öffentliche Meinung zu einem digitalen Zentralbankgeld in Europa eingeholt. Bürgerinnen und Bürger, Institutionen und Fachleute hatten die Möglichkeit, ihre Standpunkte und Lösungsvorschläge einzureichen. Das Feedback war enorm und zeigt das große Interesse an dem Thema: Über 8.000 Antworten gingen bei der EZB ein, erste Ergebnisse wurden bereits veröffentlicht. Demnach fordern mehr als jeder Dritte der Teilnehmer einen digitalen Euro, der die Privatsphäre bei Zahlungsvorgängen schützt. Ebenfalls ist der Wunsch nach Sicherheit und gesamteuropäischer Reichweite bei einer CBDC groß. Diese soll demnach die Kerneigenschaften von Bargeld widerspiegeln.

Entscheidung zur Jahresmitte

Weitere Ergebnisse der Befragung folgen im Frühjahr. Auf deren Basis sowie den Ergebnissen aus der vorangestellten internen Untersuchungsphase will die EZB Mitte dieses Jahres über den Start des Projektes zum digitalen Euro entscheiden.

Im Rahmen eines Online-Interviews auf „Reuters Next“ hat die EZB-Präsidentin Christine Lagarde mitgeteilt, dass sie von einer Einführung des digitalen Euros in den nächsten Jahren ausgeht – das neue Zahlungsmittel könnte also schon bald Realität sein.

Weiterführende Informationen:

Europäische Zentralbank: Report on a digital euro, Brüssel, Oktober 2020

Europäische Zentralbank: ECB digital euro consultation ends with record level of public feedback, 13.01.2021

Autor: Anja Kamping

EBICS als SaaS – EBICS in der Cloud

Ob bei Banken, Firmenkunden, Zahlungsdienstleistern oder Internetdienstanbietern: In all diesen Bereichen kommt heute in Europa EBICS zum Einsatz. Warum ist das so? Zum einen ist EBICS auf die im Firmenkundengeschäft üblichen Massenzahlungen ausgerichtet, zum anderen ist EBICS als eBanking-Standard in Europa etabliert. 

 

Ich benötige EBICS-Connectivity – muss ich EBICS selbst betreiben? 

All die EBICS-Markteilnehmer haben eines gemeinsam: Ihr Kerngeschäft liegt i.d.R. eben nicht primär im Betrieb und in der Abwicklung der EBICS-Kommunikation, sondern z. B. im Angebot und Verkauf der Bankprodukte, den Zahlungsverkehrsdienstleistungen und dem Internetgeschäft. Die Kommunikation muss funktionieren, und dabei will man sich auf einen Standard verlassen, um nicht mit jedem Partner eigene Verbindungslösungen aufbauen und unterhalten zu müssen.  
Damit man sich voll auf das Kerngeschäft konzentrieren kann, könnte es interessant sein, über das Konzept „Software as a Service“ für alle Leistungen rund um EBICS nachzudenken. So gibt es auch verschiedene Ansätze, EBICS-Services in der Cloud betreiben zu lassen. Servicenehmer könnten unter Umständen einiges an Kosten einsparen und so von einer höheren Flexibilität profitieren, da sich eine EBICS-Lösung schneller einführen lässt und zudem leichter erweitert oder reduziert werden kann.   
Gerade Banken mit einer kleineren Anzahl von potenziellen EBICS-Kunden scheuen die hohen Initialkosten, um einen EBICS-Bankrechner zu installieren und selbst zu betreiben. Lohnt sich dieser Aufwand und dessen Kosten für die anfänglich wenigen, vielleicht 50 – 100 Firmenkunden?

EBICS in der Cloud

Warum also den Service selbst betreiben? Weshalb nicht einen Dienstleister beauftragen, der das EBICS-Geschäft schon von Anfang an begleitet und damit in all seinen Facetten beherrscht?
Einen kompletten EBICS-Bankrechner als Service günstig einkaufen, das wäre es doch. Am besten dazu dann gleich auch das Web-basierte Firmenkundenportal, damit die Kunden schnell und ohne viel Aufwand in den Genuss des neuen Service kommen. Sowohl die Banken als auch die Firmenkunden können diese Services dann nutzen.

EBICS ist kein Service, bei dem es nur um einen entscheidenden Vorteil im Wettbewerb mit anderen Banken geht. Ein Angebot von EBICS und den entsprechenden Services des Zahlungsverkehrs gehört zum „Must-have“ einer Bank. Also warum sich nicht mit anderen die Initialkosten teilen und einen günstigeren Service in der Cloud nutzen?

EBICS in der Cloud: Vielleicht eine lohnende Handlungsoption. Oder?

Autor: Michael Lembcke

Request to Pay – kein Problem dank EBICS

Attraktiv für Verbraucher, wichtige Ergänzung des Kaufs am Point-of-Sale (POS) aus Geschäftskundensicht – so fallen derzeit die Bewertungen für Request to Pay (RTP) aus. Die neue Initiative für eine einheitliche Zahlungsaufforderung (EPC014-20) im europäischen Raum wurde im Juni 2020 vom European Payments Council (EPC) definiert.
Mit einer RTP-Lösung können Kunden ihren Einkauf nun auch direkt beim Kundenberater zahlen, ohne extra eine Kasse aufsuchen zu müssen. Das Einkaufserlebnis wird sich dadurch wesentlich verändern. Im Onlinehandel ist RTP im Vergleich zur Lastschrift die für den Anbieter bessere Zahlungsvariante, schließlich kann letztere gegebenenfalls widerrufen werden. Mit der aus dem RTP resultierenden Überweisung entfallen zusätzliche Gebühren, wie sie bei Kreditkarten, PayPal und ähnlichen Lösungen entstehen. Das gilt auch für darüber hinaus gehende Infrastrukturkosten der Prozessoren.

Ein weiterer Vorteil ist es, dass sich mit RTP alle Informationen transportieren lassen, die die folgende Überweisung aus Sicht des Zahlungsempfängers enthalten muss. Zielsetzung dabei ist eine möglichst vollautomatische Kontierung des Zahlungseingangs. Dies wird dadurch erreicht, dass jede der beteiligten Parteien dazu verpflichtet ist, die einmal erhaltenen Daten zur Weiterverarbeitung an die nächste Instanz weiterzureichen. Damit private Konsumenten diese neue Idee flächendeckend nutzen können, müssen aber zunächst entsprechende mobile Anwendungen für Zahlungspflichtige entstehen. Dies wird zweifelsohne passieren – wenn auch noch einige Zeit ins Land gehen dürfte.

Aktuell noch unklar ist in der EPC-Initiative, wie die propagierte universelle Erreichbarkeit des Zahlungspflichtigen einheitlich realisiert werden kann. Das Grundkonzept, dass der RTP-Empfänger beliebig adressiert werden kann, behindert in diesem Fall eine schnelle Umsetzung. Wie so häufig spricht der EPC auch diesmal davon, dass die neuen Service-Provider hier die Initiative ergreifen sollen. Viele Fragen stehen aber noch im Raum. Die Spezifikation lässt die Antworten offen und baut auf Lösungen der noch nicht vorhandenen künftigen Anbieter.

Genau hier liegt für die Banken die Chance zum aktiven Handeln – und zwar jetzt! Die EBA hat bereits einen für Europa einfachen und umfassend funktionierenden Vorschlag gemacht und setzt diesen bereits in Infrastrukturlösungen um. Das Konzept ist simpel und baut auf dem SEPA-Clearing der Europäischen Union auf. Im RTP-Netz der EBA werden die Zahlungspflichtigen eindeutig mit ihrer IBAN identifiziert. Über das ZV-Clearing der EBA lässt sich nun jede Bank des Zahlers identifizieren und erreichen. Damit erhalten die europäischen Banken wieder Kontrolle im Massenzahlungsverkehr und haben eine europaweite Alternative zu den vielen untereinander mobilen, jedoch inkompatiblen nationalen Zahlungsverfahren im Angebot, insbesondere auch PayPal.

Erhält das Finanzinstitut des Zahlers einen RTP, setzt es den Betreffenden von der Zahlungsaufforderung über bereits vorhandene Online-Banking-Kanäle in Kenntnis. Idealerweise geschieht dies direkt mittels der zugehörigen App der Bank auf einem Mobilgerät. Der Zahlungspflichtige kann dann die Ware sofort bezahlen. Hierfür sind jedoch noch Aktualisierungen der Kundensysteme bei Unternehmen und Zahlern notwendig.

Ebenso wie im B2C-Geschäft lässt sich RTP auch im B2B-Geschäft nutzen. Zumal die Einführung sehr viel einfacher und schneller möglich ist als im Konsumentengeschäft. Mit dem EBICS-Protokoll nutzen schon massenhaft Unternehmen einen Kanal, der sich sehr einfach für RTP erweitern lässt. Häufig reicht schon eine einfache Konfigurationsanpassung in Form von neuen Auftragsarten. So können nun Unternehmen durch Einreichung eines RTP-(pain.013)-Auftrags eine Zahlungsaufforderung an ein anderes Unternehmen versenden. Dieses erhält die Zahlungsaufforderung ebenfalls per EBICS. Als Zieladresse reicht einfach die IBAN, und der Rest läuft europaweit elektronisch – und zwar über die vorhandenen Netze der EBA als zentraler Clearingplattform. Somit ist im Prinzip schon mal jede Firma und jeder Kontoinhaber im SEPA-Raum erreichbar. 

Die zugehörigen Statusrückmeldungen signalisieren dem Rechnungsaussteller in kurzer Zeit, ob der Zahlungspflichtige den gesendeten RTP ablehnt oder akzeptiert. Im letzteren Fall kann die Ware versendet werden. Nicht immer muss die Zahlung sofort initiiert werden, auch Zahlungen zu einem späteren Zeitpunkt werden von der RTP-Spezifikation unterstützt. Beim RTP-Verfahren werden grundsätzlich zwei verschiedene ISO-XML-Formate (pain.013.001.07, pain.014.001.07) genutzt. Bei Bedarf lässt sich auch ein Rückruf implementieren. Alles ist einfach per EBICS transportierbar.
Für eine komfortable Nutzung von RTP können nun die EBICS-Kundensysteme und Firmenkundenportale entsprechende Erfassungs- und Upload-Funktionen umsetzen und die Statusrückmeldungen in ihren Oberflächen anzeigen. Sollte einmal keine Reaktion des RTP-Empfängers erfolgen, lässt sich der Status jederzeit aktiv nachfragen. Oder es kann durch einen Recall (pain.056) ein Rückruf des RTPs initiiert werden.

Da sich die existierenden SEPA-Überweisungen oder Instant Payments im Prozess verwenden lassen, rücken sekundenschnelle Zahlungen und Kontoeingangsmeldungen in den Bereich des Möglichen. Der Vorteil eines RTP gegenüber einer Lastschrift liegt auf der Hand: Es sind keine aufwändigen Mandate sowie deren Lagerung notwendig. Zudem sind solcherart geleistete Zahlungen per se nicht rückrufbar. Für den Händler reduziert RTP damit das Risiko eines Lastschriftwiderrufs, das sonst für einige Wochen existiert.

Für Unternehmen ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Voraussetzungen für RTP zu schaffen. Dann sind sie bereit, wenn die Konsumenten das neue Zahlungsformat jederzeit, mobil und ortsungebunden einsetzen können.

PPI wird in 2021 in den TRAVIC-Produkten die Voraussetzungen für einen europaweiten Erfolg des RTPs schaffen. TRAVIC-Port wird die Erfassung und den Upload von RTP ermöglichen, TRAVIC-Corporate übernimmt die Autorisierung des Einreichers und Validierung des RTP-Auftrages und der TRAVIC-Payment Hub mit TRAVIC-Interbank wird die Weitergabe in das EBA-Netz unterstützen. Banken können durch RTP ihre ehemals zentrale Bedeutung im Zahlungsverkehr, die sie an alternative Verfahren wie PayPal und ähnliche verlorenen haben, wenigstens teilweise wiedererlangen.

Autor: Michael Schunk

Zahlungsverkehr 2021: Keine Atempause

Für die europäischen Zahlungsdiensteanbieter neigt sich ein herausforderndes Jahr dem Ende zu. Corona war auch hier das alles bestimmende Thema. Im Individualzahlungsverkehr, verstanden als Interbanken- und Auslandszah-lungsverkehr, ist Corona mitursächlich für die Verschiebung der TARGET2-Konsolidierung und der SWIFT ISO20022 Umstellung. Für den kartengestützten Zahlungsverkehr brachte die Pandemie negative, aber auch positive Effekte: Zum einen führte Corona zu einem massiven Schub an kartenbasierten und hier insbesondere kontaktlosen Transaktionen. Solch eine Entwicklung hätte normalerweise mehrere Jahre gedauert und zudem signifikante Marketinginvestitionen der großen Card-Schemes erfordert. Auf der anderen Seite erlitten viele Marktteilnehmer im Kartengeschäft coronabedingt massive Umsatzeinbrüche – insbesondere diejenigen, die stark im Bereich Gastronomie, Reisen und Events engagiert sind. 

Wer nun denkt, dass es in 2021 für die Zahlungsverkehrsbranche eine Atempause gibt, irrt. Schließlich gehen im kommenden Jahr gleich zwei konkrete Projekte live. Andere Vorhaben müssen schon vorbereitet werden, auch wenn der tatsächliche Marktstart erst 2022 oder später geplant ist. Zusammen mit den ohnehin schon gravierenden strukturellen Marktumbrüchen betrachtet, verdichtet sich der Eindruck, die Branche stehe vor einer Alpenüberquerung unter erschwerten Bedingungen.

Aber der Reihe nach: Unter den konkreten Themen des kommenden Jahres fällt die anstehende Einführung von Request to Pay (RTP) auf. Mit Start dieses Standards im Sommer 2021 wird der Zahlungsverkehr um einen wichtigen Bau-stein ergänzt (Siehe hierzu auch unser Whitepaper Teil 1 und Teil 2) . Viele Unternehmen drängen die Finanzdienstleistungsbranche seit Langem, mit dem Auf- und Ausbau von RTP zügig voranzuschreiten (Lesen Sie hierzu auch den Survey der EBA). Denn mit RTP werden Anwendbarkeitslücken in oder zwischen den existierenden Verfahren geschlossen. Dazu gehört die möglich werdende Verbindung von Rechnungs- und Zahldaten. Dies erleichtert die Abstimmungsprozesse im Rechnungswesen vieler Unternehmen erheblich. Oder die bisher fehlende Möglichkeit, Zahlungen am Point of Sales (POS) ohne Terminalstruktur elektronisch entgegennehmen zu können. Die Einrichtung eines POS wird mit RTP einfacher und mobiler. 

Zur weiteren Durchdringung von Echtzeitüberweisungen gemäß dem SCT Inst Scheme hat der EZB-Rat entschieden, dass alle in TARGET2 erreichbaren Zahlungsdienstleister, welche das SCT Inst Scheme gezeichnet haben, in TIPS (TARGET Instant Payment Settlement) erreichbar sein müssen. Entsprechend muss die Erreichbarkeit in TIPS entweder über eine direkte Teilnahme dort mit eigenem Konto oder über die Reachable-Party-Funktionalität gewährleistet sein. Darüber hinaus sollen alle ACHs (Automated Clearing Houses), welche Instant Payments anbieten, ihre technischen Konten von TARGET2 nach TIPS verlagern. Die Umsetzung der Beschlüsse ist für Ende 2021 vorgesehen.
Immerhin erfordern nicht alle 2021er-Themen von den Zahlungsdiensteanbietern eine derart große Betriebsamkeit: Die Anpassungserfordernisse aus den November-Changes des EPC sind eher überschaubar. Ob man das auch für die DFÜ- und SWIFT-Changes sagen kann, steht noch nicht fest. Es ist aber – zumindest für den reinen Zahlungsverkehr – sehr wahrscheinlich. Größere gesetzliche Fälligkeitsdaten stehen ebenfalls nicht an.

Aber es gibt natürlich noch all die Zahlungsverkehrsvorhaben, die in 2022 und den Folgejahren umgesetzt – und somit in 2021 vorbereitet – werden müssen. Eines der wichtigsten Projekte ist die weltweit anstehende Umstellung des Zahlungsverkehrs auf das ISO-20022-Format.
Im Individualzahlungsverkehr müssen beispielsweise die in 2022 anstehende TARGET2- und die in 2022 beginnende SWIFT-Umstellung vorbereitet werden. In beiden Bereichen stehen neben der reinen Formatumstellung umfangreiche Änderungen in den Abläufen an, wie etwa veränderte Zugangsmechanismen zu den entsprechenden Plattformen. Nach übereinstimmenden Schätzungen geht jedes dieser Projekte über die Dimensionen von SEPA hinaus. 

Im Massenzahlungsverkehr (SEPA) müssen sich Zahlungsdiensteanbieter für die in 2023 anstehende Umstellung der SEPA Schemes auf die (neuere) ISO-Version 2019 fit machen.
Angesichts der mit diesen Umstellungen verbundenen Kosten werden in 2021 Banken – vornehmlich Tier-2-Institute – die Abwicklung des Zahlungsverkehrs zunehmend auslagern oder zumindest Zahlungsverkehrssoftware „As a Ser-vice“ einkaufen. Die entsprechende Nachfrage ist bereits spürbar. Zudem dürften die Stimmen lauter werden, die nach günstigen, zentralen Angeboten für bankenübergreifende Services, wie beispielsweise Sanctions Screening oder KYC, rufen.
Schlussendlich müssen Banken und Finanzdienstleister 2021 Antworten auf anstehende strukturelle Marktumbrüche finden:

  • Die Weiterentwicklung der European Payment Initiative (EPI): Gelingt es, eine einheitliche, innovative gesamteuropäische Zahlungslösung als Alternative zu bestehenden internationalen Zahlungslösungen und -systemen zu schaffen?
  • Den weiter zunehmenden Druck von EU-Kommission und EU-Parlament auf die Interchange-Gebühren: Wie können Issuer auf eine mögliche „Zero-Interchange“-Regulierung reagieren? Wie sehen zukünftige Ge-schäftsmodelle aus?
  • Die sich andeutende Verpflichtung aller Banken durch den EU-Gesetzgeber, Instant Payments anzubieten sowie die stärkere Berück-sichtigung von Verbraucherinteressen in der Rückabwicklung von Instant Payments Zahlungen. Sind die bestehenden Verarbeitungssysteme in der Lage, die zusätzlichen Mengengerüste zu verarbeiten?
  • Die deutliche Konsolidierung von Abwicklungsdienstleitern, namentlich die Bildung zweier Konglomerate durch EquensWordline einerseits und NEXI/SIA/Nets andererseits: Was bedeutet das für die Zukunft von kleineren und mittleren Dienstleistern, insbesondere im Acquiring? 
  • Die zunehmende Verwischung der Grenzen zwischen kartengestütztem und klassischem Zahlungsverkehr, wie beispielsweise die Aktivitäten von Mastercard (über Vocalink) im Clearing klassischer Bezahlverfahren: Wird es langfristig eine weitere Clearinginfrastruktur im Massenzahlungsverkehr geben? 
  • Die anstehende Einführung von digitalem Geld, in Form von digitalem Zentralbankgeld aber auch in Form von Libra: Welche Auswirkungen hat das auf Bargeld oder kartenbasierte Zahlungen? Was bedeutet dies für die Rolle und das Geschäftsmodell von Banken?
  • Die Konsequenzen der zunehmenden Verbreitung des Internet of Things (IoT) für den Zahlungsverkehr. Nur mit vollkommen autonomen, unterbrechungsfreien Zahlungsströmen zwischen den verbundenen Geräten können die Potenziale des IoT gehoben werden (Vgl. unsere Studie zum Thema Internet of Payments). Wie können dabei Compliance-anforderungen und IT-Sicherheitsaspekte erfüllt werden? Wie müssen die Verarbeitungssysteme für zusätzliche Milliarden von Transaktionen aufgerüstet werden?

Am chinesischen Neujahrstag 2021 beginnt das Jahr des Büffels. Die chinesische Astrologie schreibt ihm Geduld und Fleiß zu. Er ist stark und überwindet alle Schwierigkeiten. Die Zahlungsverkehrsbranche kann ihn gut gebrauchen.

Autor: Hubertus von Poser (Head of Consulting Payments)

Request to Pay (RTP): Mehrwert für das Kundenerlebnis im E-Commerce?

Tag für Tag stöbern zahlreiche Kunden in Online-Shops und fügen unterschiedlichste Artikel ihren Warenkörben hinzu, um sie im besten Fall zu kaufen und somit zu bezahlen. Dabei ist der letzte Schritt der Customer Journey, der Checkout-Prozess, ein sehr sensibler Punkt im Online-Shopping. Der kaufwillige Kunde erwartet an diesem Punkt für ihn passende, möglichst einfache und intuitive Zahlungsmöglichkeiten. Daher gehört es zu den wichtigsten Aufgaben des Onlinehändlers, dem Kunden stets eine Vielfalt an Zahlungsmöglichkeiten anzubieten.

Laut einer Studie vom EHI waren die Zahlarten Kauf auf Rechnung, Paypal sowie Lastschrift die größten Umsatztreiber am deutschen E-Commerce-Markt im Jahr 2019. So betrug ihr Anteil insgesamt knapp drei Viertel des Umsatzes (Kauf auf Rechnung 32,8 %, Paypal 20,2 %, Lastschrift 18,3 %) (Quelle: https://www.ehi.org/de/studien/online-payment-2020/). Bei der Zahlart Kauf auf Rechnung versendet der Onlinehändler vor Bezahlung die bestellte Ware zusammen mit einer Rechnung an den Kunden. Der Kunde kann schnell auschecken und wird lediglich aufgefordert, die Rechnung innerhalb eines bestimmten Zahlungsziels an den Onlinehändler zu begleichen. Zudem kann er bis zum Zahlungsziel flexibel entscheiden, ob er die Ware wirklich behält und bezahlt. Auch die Zahlart Paypal punktet mit ihrem schnellen Checkout-Prozess. Der Kunde muss sich nur mit seiner registrierten E-Mail-Adresse anmelden und kann seinen Kauf abschließen. Die dritte Zahlart Lastschrift ist ein altbekanntes, gern genutztes Verfahren. Der Kunde erteilt dem Onlinehändler die Einwilligung, dass dieser den Rechnungsbetrag von seinem Bankkonto abbuchen darf. Weitere Schritte sind nicht erforderlich. 

Warum also sind genau diese Zahlarten so beliebt? Alle drei haben ähnliche Charakteristika: Sie überzeugen mit einer intuitiven Handhabung, der Möglichkeit eines schnellen Checkout-Prozesses, einer Zahlungsübersicht sowie einer breiten Händlerakzeptanz.

Jedoch endet der Prozess der genannten Zahlungsarten im Status quo mit dem Abschluss der Bezahlung. Zusätzliche Informationen wie Rechnungsstellung, Garantiescheine und Versandinformation (Trackingnummer) werden dem Kunden zeitversetzt über das Händlerportal oder in der E-Mail-Kommunikation zur Verfügung gestellt.

Schlussendlich fehlt es im heutigen Online-Shopping-Prozess oftmals an einer konsolidierten Sicht über die Zahlungsdetails zur bestellten Ware, der Rechnung, der Garantie sowie der Versandinformationen.

Kann Request to Pay das fehlende Puzzlestück für eine erfolgreiche User Experience im E-Commerce sein?

Mit einem Blick auf den konzipierten Request-to-Pay-Prozess lassen sich die Möglichkeiten eines ganzheitlichen Bestellprozesses im Banking-Ökosystem ableiten. Folgender Prozess kann mittels RTP angestoßen werden: 

Abbildung: RTP-Prozess (Quelle: Eigene Darstellung)

Nachdem der Kunde seine Bestellung im Onlineshop des Händlers bestätigt hat, wird eine elektronische Zahlungsaufforderung als RTP-Datensatz durch den Händler initiiert. Dieser wird automatisch zur Bank des Kunden und anschließend zum Kunden (Zahlungspflichtiger) gesendet. Dem RTP-Datensatz können initial Zahlungsinformationen wie beispielsweise Rechnungen und Versandinformationen beigefügt werden oder über einen Link am Datensatz dem Kunden zu einem nachgelagerten Zeitpunkt verfügbar gemacht werden.
Dabei bietet das RTP-Verfahren dem Kunden (nach Erhalt der Zahlungsaufforderung) flexible Handlungsmöglichkeiten, um seine Zahlung abzuschließen:

  • Jetzt akzeptieren und jetzt bezahlen 
    • z. B. Kauf eines Filmes in einer Online-Videothek, der direkt konsumiert werden soll
  • Jetzt akzeptieren und später bezahlen 
    • z. B. Kauf von Schuhen, die erst anprobiert werden sollen
  • Später akzeptieren und später bezahlen 
    •  z. B. Warenversand vor Zahlungsangabe. Erste Händler pilotieren derzeit den Versand der Ware (z. B. Bekleidung) an den Kunden, ohne dass dieser auch nur eine Zahlungsangabe tätigen muss. Erst nach einer gewissen Zeit fragt der Händler mit einer Zahlungsaufforderung Daten und Bezahlung an.

Sofern der Kunde die Zahlungsaufforderung nach Erhalt akzeptiert und direkt mit einem (Instant-)Payments-Auftrag bezahlt, sendet die Bank des Kunden eine direkte Zahlungsbestätigung an die Händlerbank. Von der Händlerbank erhält der Händler (Zahlungsempfänger) wiederum die Eingangsbestätigung. Damit ist der Prozess von der Zahlungsaufforderung bis hin zur Zahlung abgeschlossen.
Dieser „reine“ Zahlungsprozess bietet für den Konsumenten erstmal keinen erheblichen Mehrwert im Vergleich zu den drei oben genannten Zahlungsarten. Wird jedoch der Zahlungsprozess in der Banking-App um Zahlungsinformationen wie Rechnungen, Garantieschein und Versandinformationen ergänzt, wird das Banking-Ökosystem zum zentralen Archiv von Online-Bestellungen und schafft ein neues Kundenerlebnis.

Soll der Request-to-Pay-Prozess zu einem erfolgreichen Zahlungsprozess im E-Commerce werden, müssen darüber hinaus folgende Faktoren ineinandergreifen:

  1. Flächendeckende (Händler-)Akzeptanz von elektronischer Zahlungsaufforderung und Zahlung
  2. Einbindung des gesamten Prozesses in das vorhandene Banking-Ökosystem (Banking-App)
  3. Schaffung von Optionen für Teilzahlung sowie Zahlung zu einem späteren Zeitpunkt
  4. Möglichkeit der Rückabwicklung bei z. B. Stornierung oder Paketverlus
  5. Erweiterung der Zahlungstransaktion um die Übersicht der Einkäufe unterstützt durch z. B. Rechnungshistorie, Versandnummern und Garantiescheinen

Unter Berücksichtigung dieser Faktoren und im Zusammenhang mit Instant Payments kann Request to Pay das heute fehlende Puzzlestück für eine erfolgreiche User Experience im E-Commerce sein. Dabei gilt: Für eine erfolgreiche Implementierung wird eine ganzheitliche und kundenzentrierte Betrachtung vorausgesetzt.

Autor: Philipp Schröder

Neue Datenformate und die Notwendigkeit eines EBICS-Updates für die Schweiz – Was ist zu beachten?

Neue Datenformate und die Notwendigkeit eines EBICS-Updates für die Schweiz – Was ist zu beachten?
Mit der SIX-Publikation Swiss Market Practice Guidelines EBICS für EBICS V3.0 vom Juni 2020, die die Empfehlungen für die Umsetzung des EBICS-Standards für den Finanzplatz Schweiz enthält, zieht nun auch die Schweiz nach und passt den Standard an das europäisch harmonisierte Protokoll an. Haupttreiber der Harmonisierung waren die Mitglieder der EBICS-Gesellschaft, namentlich die Finanzplätze Deutschland, Frankreich und die Schweiz (neuestes Mitglied ist Österreich).

Per Definition werden auch in der Schweiz jeweils zwei Versionen von EBICS unterstützt, d. h. in Zukunft die Version 2.5 und die Version 3.0. Somit könnte man auf den ersten Blick meinen, dass seitens der Kunden und Softwarehersteller kein akuter Handlungsbedarf besteht, da die bisherige Version ja noch angeboten wird. Gäbe es in der Schweiz da nicht diesen Absatz 2.2.1 EBICS Timeline im SIX-Dokument mit folgendem Hinweis: „Für die Unterstützung der ISO 20022 Schema-Migration auf die Version 2019 ist die Verwendung von EBICS 3.0 erforderlich.“

Wie gut informierte Fachleute wissen, soll die ISO-Version 2019 ab 2022 auch in der Kunde-Bank-Schnittstelle eingeführt werden. Per 2024 sollen dann die aktuellen Versionen nicht mehr unterstützt werden. Dies entspricht dem Trend der globalen Migration auf diese neue Version, z. B. in den Vorhaben SEPA-, SWIFT MX- oder der TARGET2-Migration. Nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund der geplanten Einführung von Instant Payments in der Schweiz per 2023 ist diese Migration von grosser Wichtigkeit.

Der Finanzplatz Schweiz hat sich also entschieden, den Upgrade der EBICS-Version mit dem Upgrade der ISO-Version zu verknüpfen. Für Kunden und Softwarehersteller ergeben sich vor diesem Hintergrund ein paar Fragen und auch nicht zu unterschätzende Herausforderungen. Die wichtigsten Punkte werden in den nachfolgenden Absätzen beleuchtet, und es werden – wo immer möglich – auch gleich Lösungsansätze aufgezeigt.

EBICS 3.0 spätestens ab November 2021 auch in der Schweiz 

Die EBICS-Kommunikation hat sich in der Schweiz mittlerweile voll etabliert und ist aus dem Finanzsektor nicht mehr wegzudenken. Bisher wird die EBICS-Version 2.5 von der Mehrheit der Finanzinstitute in der Schweiz angeboten.

Wie bereits eingangs erwähnt, wird mit den Empfehlungen für die Umsetzung des EBICS-Standards für den Finanzplatz Schweiz (Version 1.0 vom 01.06.2020 der SIX, www.six-group.com) die neuere EBICS-Version 3.0 in der Schweiz ab November 2021 offiziell für das Firmenkundengeschäft mit Finanzinstituten eingeführt.

Festlegungen der Schweiz für den Umgang mit den neuen Geschäftsvorfällen in EBICS

Mit der Einführung der neuen Version V3.0 soll die Vorgängerversion EBICS 2.5 dann noch bis Ende 2024 offiziell von Finanzinstituten unterstützt werden. Zudem wird für die Entgegennahme der neuen Schweizer ISO20022-Formate in der Version 2019 EBICS 3.0 vorausgesetzt. Dies bedeutet für Firmenkunden, dass jeder, der seine Schweizer ISO-Formate einmal aktualisiert hat, nicht mehr ohne Weiteres noch EBICS 2.5 dafür nutzen kann.

Es ist an der Zeit, zu planen

Diese anstehenden Aktualisierungen erfordern es, rechtzeitig eine Anpassung der Softwarelösungen einzuplanen und vorzunehmen. Hier sind die Finanzinstitute, Firmenkunden und Softwarehersteller gefragt.

Die Aktualisierung der ISO20022-Datenformate auf die Version 2019 ist da nur eine Sache. Nicht zu unterschätzen sind jedoch die Änderungen des EBICS-Protokolls, die mit der Version 3.0 umzusetzen sind. Die wichtigsten Anforderungen sind:

  • Das neue Business Transaction Format (BTF) löst die bisherigen Auftragsarten und Fileformat-Parameter ab.
  • Der Transport der öffentlichen Schlüssel erfolgt einheitlich jetzt mit Zertifikaten.
  • Die kryptografischen Verfahren sind verbessert.
  • Der Umgang mit Bankschlüsseln ist verbessert.
  • Es gibt zusätzliche Steuerungsparameter zur elektronischen Unterschrift.
  • Eine Prüfung auf Doppeleinreichung findet auf Dateiebene statt.

Wie also mit diesen neuen Anforderungen umgehen?

Nicht nur die Banken, auch die Softwarehersteller von EBICS-Clients, haben die Aufgabe, ihre Softwarelösungen um EBICS 3.0 zu erweitern, so dass die Firmenkunden frühzeitig Updates durchführen und produktiv setzen können.

Es müssen alle Besonderheiten von EBICS 3.0 im Client berücksichtigt sein, und u. U. muss ein Mischbetrieb von unterschiedlichen EBICS-Versionen je nach Bankzugang und EBICS-Usern möglich sein. Zudem sollten dem Anwender unterstützende Migrationsoptionen für die EBICS-Umstellung angeboten werden, die nach Möglichkeit eine erneute Initialisierung vermeiden (Stichwort Erhöhung von Minimal-Schlüssellängen).

Die EBICS-API – Entkopplung von Fachlichkeit und Technik

Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass die Migration auf die Version 3.0 nicht einfach ein Mapping von Auftragsarten zu BTF-Kombinationen darstellt. Es gibt viele weitere Knackpunkte zu lösen, respektive neu zu programmieren. Insbesondere, wenn die Bank, der Softwarehersteller und der Kunde diese Migration möglichst automatisiert durchführen möchten. PPI bietet schon seit Jahren den TRAVIC-EBICS-Kernel, eine API-Lösung für die Integration in eigene EBICS-Clients, an. Dieser ist in Europa bei fast jeder zweiten EBICS-Client-Software der zentrale Baustein für die Abwicklung der EBICS-Kommunikation.

Mit der aktuellsten Version sind natürlich auch die neuen Spezifika rund um EBICS 3.0 bereits implementiert. Richtig angebunden, wickelt die API das eBanking für den Client transparent in all seinen Ausprägungen und Versionen ab. TRAVIC-EBICS-Kernel entlastet somit den Softwarehersteller von eBanking- und Zahlungsverkehrsanwendungen bei der Implementierung des Standardprotokolls und deren Syntax sowie bei Sicherheitsverfahren. Diese Lösung bildet die EBICS-Spezifikation vollständig ab und bietet eine einfach zu integrierende Schnittstelle, die Softwarehersteller als komfortablen und schnell nutzbaren Kommunikationsbaustein in ihre Softwareprodukte einbinden können.

Betrachtet man das Aufwand-/Ertragsverhältnis bei der Integration des TRAVIC-EBICS-Kernels, ist es nicht verwunderlich, dass dieses Produkt so ein Bestseller ist. Softwarehersteller, welche nicht den Kernel einsetzen, können sich jederzeit mit uns in Verbindung setzen und den Erhalt einer Testlizenz anfragen. Der Zeitpunkt dazu war noch nie so gut wie vor der bevorstehenden Umstellung auf EBICS 3.0.

Autoren: Carsten Miehling und Michael Lembcke

Mehr Informationen:
Webseite: EBICS 3.0 | challenge accepted

Flyer: EBICS 3.0 – Was ändert sich?

EBICS einrichten – einfach Schritt für Schritt

Als Standard bietet EBICS maximale Sicherheit für den reibungslosen europäischen Zahlungsverkehr. Dafür muss jedoch auch von allen Beteiligten etwas getan werden. Das Initialisieren und Einrichten von Bankzugängen, Teilnehmern und Rechten ist notwendig und erfordert aufmerksame Konfigurationsschritte. Das hohe Potenzial des Multibankings benötigt wiederholte Schritte, die normalerweise an den unterschiedlichen Stellen verteilt und dezentral ausgeführt werden. Komplexe, vernetzte Anwendungen auf lineare, einfache Abfolgen für den Nichttechniker zu reduzieren ist dabei die Kunst der Konzeption nutzerorientierter Software.
Dass sich dies auch komfortabel, einfach und schnell durchführen lässt, beweist der kompakte Einrichtungsassistent, den PPI für sein Firmenkundenportal TRAVIC-Port entwickelt hat. Die Zielgruppe ist hier der Administrator auf Kundenseite - denn Self-Service ist Trumpf in modernen Kunde-Bank-Beziehungen. Den direkten Zugriff auf essenzielle Administrationsvorgänge zu erlauben, schafft schnelle Prozesse ohne Umwege über den Anbieter.

Zugegeben: Wer einen neuen EBICS-Benutzer anlegen möchte, muss ziemlich häufig klicken, aber eben Schritt für Schritt zielgerichtet geführt. Das gilt auch für die PPI-Produktwelt, namentlich TRAVIC-Port. Das System benötigt von jedem einzelnen Benutzer eine Kennung, die Stammdaten sowie das Startpasswort und ein für die spätere Anmeldung verwendetes Sicherheitsmedium. Jeder Benutzer nimmt zudem verschiedene Rollen ein, verfügt über unterschiedliche Berechtigungen und häufig mehr als eine Bankverbindung. Da TRAVIC-Port multibankenfähig ist, müssen auch die jeweiligen Bankzugänge angelegt werden. Häufig übernimmt auch die Hauptbank für ihre EBICS-Firmenkunden diese Aufgabe – und das bedeutet meist lange Telefonate, in denen der Bankmitarbeiter all diese Informationen abfragt.

Der Anwender des Portals findet einen neuen Eintrag direkt auf der Startseite (vgl. Abb. 1) Über diesen Link springt er direkt in den Einrichtungsassistenten und macht sich den Einstieg in die sichere EBICS-Welt deutlich einfacher. Über Dialoge fragt ein Assistent alle nötigen Daten ab, um einen neuen EBICS-Benutzer anzulegen.




Der Assistent sorgt auch dafür, dass die Daten jeweils an den richtigen Stellen eingetragen werden. Das ist deshalb besonders komfortabel, weil das System etwa die Abholautomaten über einen anderen Menüpunkt einrichtet als Bankzugänge und Benutzer. Was logisch Sinn ergibt, erfordert jedoch das Wechseln in vielen Reitern und Menüpunkten und damit insgesamt mehr Zeit. Dialoge im Einrichtungsassistenten verhindern, dass wichtige Daten fehlen und ermöglichen so, auch auf einen Blick zu erkennen, welche Informationen überhaupt erforderlich sind. Zuerst gilt es beispielsweise, einen neuen Bankzugang einzurichten – ob das die Bank oder ein Administrator auf Kundenseite macht, ist übrigens egal. Der Dialog fragt alle zugehörigen Informationen ab und zeigt an, wie viel Arbeit noch vor einem liegt. Bei einem neuen Bankzugang kommen immerhin sieben Dialoge zusammen (vgl. Abb. 2).

Sind alle Bankzugänge eingerichtet, folgen üblicherweise die einzelnen Benutzer. Eine kleine Kanzlei möchte etwa für die Inhaberin, zwei angestellte Anwälte und eine Assistentin Kontoberechtigungen einrichten – und zwar individuell verschiedene. Die Chefin möchte natürlich über alle Rechte verfügen, Transaktionen ohne Limit beauftragen und freigeben können und etwa über eine verteilte elektronische Unterschrift für ihre Kollegen Freigaben erteilen. Die beiden angestellten Anwälte dürfen dagegen nur Transaktionen bis zu einer gewissen Höhe alleine freigeben – und die Assistentin darf zwar Zahlungen erfassen, aber nicht freigeben. Alle vier wiederum sollen die Kontoauszüge sehen können, die vom EBICS-Bankrechner abgeholt werden. All das erleichtert ein Dialog, der neue Kollegen für einen bereits erstellten Firmenkunden anlegen kann (vgl. Abb. 3).



Der Start und das Arbeiten mit EBICS im Zahlungsverkehr lässt sich also sehr gut vereinfachen, ohne auf Sicherheit und die Einhaltung von Standards zu verzichten. Der Einrichtungsassistent ist in der Praxis erprobt und bei namhaften Großkunden im Einsatz. Wenn Sie mehr über dieses Feature in TRAVIC-Port wissen möchten, sprechen Sie uns gern an. Wir machen EBICS gemeinsam einfacher.

Autor: Christian Veith