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EBICS-Event stößt in Luxemburg auf großes Interesse

Der EBICS-Standard ist dabei, sich in Europa weiter zu verbreiten. Mit Interesse schauen Fachleute daher auch auf den Finanzplatz Luxemburg. Am 28. Januar 2015 versammelten sich dort Zahlungsverkehrsexperten aus dem Fachbereich und der IT der Luxemburgischen Banken, um mehr über EBICS zu erfahren. Zu dem Event mit dem Titel „EBICS – A New Communication Protocol for Payment Activities“ hatte die Luxemburgische Bankenvereinigung ABBL geladen.


Im Mittelpunkt stand die Frage, ob EBICS für Luxemburg von Interesse sein könnte. Die Agenda war auf diese Fragestellung ausgerichtet, vertreten waren folgende Sprecher und Themen:
  • Welcome, Serge Wagener, Banque et Caisse d’Epargne de l’Etat
  • EBICS at a Glance - Security, Use and Implementations, Hermann Fürstenau, PPI AG
  • EBICS - a chance to harmonise customer-to-bank communication standards for electronic banking in Europe, Axel Weiß, EBICS Chairman
  • EBICS Strategy of Deutsche Bank, Thomas Stosberg, Deutsche Bank
  • STEP2 and EBICS, Katja Heyder, EBA Clearing
EBICS wurde dabei unter den Gesichtspunkten Kunde-Bank- und Interbank-Kommunikation beleuchtet, mit besonderem Fokus auf der sicheren Datenübertragung mit EBICS über das Internet. Zu den relevanten Themen für die luxemburgischen Experten zählten auch die Verteilte Elektronische Unterschrift sowie die Unterschiede zwischen der französischen und der deutschen EBICS-Ausprägung.

Der STEP2-Zugang über EBICS zur europäischen Zahlungsverkehrsdrehscheibe war ebenfalls von besonderem Interesse für die Luxemburgische Banken-Community, weil sich dadurch die Kosten reduzieren lassen und ein Backup die Ausfallsicherheit erhöht. Die möglichen Einsatzszenarien für STEP2 und EBICS müssen individuell für jede Bank einzeln betrachtet werden. Wenn ein Backup allerdings unter regulatorischen Maßgaben gefordert werden sollte – was derzeit möglich erscheint – ist EBICS die beste Lösung. Bereits heute schon operieren einige Banken aus Sicherheitsgründen mit zwei unterschiedlichen Infrastrukturen: SWIFT und EBICS. Die komplementären Netz-Topologien von EBICS und SWIFT eignen sich hervorragend als gegenseitiges Backup. Aber auch die Kosten sind häufig ein ausschlaggebender Grund für die Nutzung von EBICS.

Eine wesentliche Motivation für die Luxemburgischen Banken ist natürlich, dass Deutschland und Frankreich einen gemeinsamen EBICS-Standard entwickelt haben. Darüber hinaus wird der EBICS-Standard von einer schlanken EBICS-Gesellschaft mit Sitz in Brüssel weiterentwickelt und weiter verbreitet. Die Schweiz ist dabei, in die EBICS-Gesellschaft aufgenommen zu werden. Vielleicht könnte ja Luxemburg als 4. Mitglied folgen.

Die Idee eines "Global EBICS" ist für einige Banken von strategischer Bedeutung, was auch während der Diskussion in Luxemburg deutlich wurde. "Global EBICS" – oder kurz GBICS – geht mit einem einheitlichen ISO20022-Format à la CGI (Common Global Implementation) einher. CGI dient dabei als einheitlicher Formatstandard und GBICS als einheitlicher Transportstandard und das weltweit. Spannend war in diesem Zusammenhang die Frage nach einem weltweiten Konkurrenzstandard zu EBICS: Gibt es einen vergleichbaren Standard wie EBICS in der Welt, beispielweise in Asien oder Amerika? Diese Frage muss klar mit nein beantwortet werden. Es scheint, wenn überhaupt, nur nationale Standards zu geben, die größtenteils schon sehr betagt sind. Das technische und fachliche Handwerkszeug, was EBICS mitbringt, ist außer Frage hervorragend. Damit hat EBICS – oder besser gesagt GBICS – wirklich das Potential, zu einem weltweiten Standard aufzusteigen.

Michael Lembcke 

Mehr Sicherheit, geringere Kosten: STEP2 Clearing mit EBICS

Seit Ende letzten Jahres bietet die EBA Clearing neben SWIFT auch EBICS als Zugangskanal für STEP2 an. Die Blaupause dafür stammt von der Deutschen Bundesbank, die bereits 2008 ihren SEPA-Clearer über SWIFT und EBICS zugänglich machte. Was sind die Gründe, warum EBA Clearing neben einem SWIFT- auch noch einen EBICS-Zugang anbietet? Der Anstoß dazu kam von einigen Banken und Sparkassen aus Deutschland. Die Motivation waren die Kosten: Bei EBICS fallen keine Transaktionskosten für den Transport an.


Im bilateralen Clearing zwischen den Banken, das in Deutschland auch als "Garagen-Clearing" bekannt ist und extensiv genutzt wurde, fallen für den Transport und das Clearing keine Kosten an. Die jeweils beteiligten Banken tragen die Kosten für den Transport und das Clearing selbst. Bei der Umstellung auf ein zentrales Clearing fallen natürlich Kosten für das Clearing an. Um die Kosten nicht noch weiter in die Höhe zu treiben, sollten die Kosten für den Transport, die jedes Kreditinstitut selbst trägt, so gering wie möglich gehalten werden. Daher fiel die Entscheidung auf EBICS, da bei EBICS – abgesehen von reinen Betriebskosten – keine Transaktionskosten für den Transport anfallen.
Ein zweiter Aspekt wird zudem immer wichtiger: Sicherheit! Im Interbankenzahlungsverkehr liegen die täglichen Geldmengen im Milliardenbereich. Eine Störung des Geldflusses von wenigen Stunden führt bereits zu Verwerfungen, die erhebliche Auswirkungen für die Wirtschaft haben können. Daher wird zunehmend die Frage nach einem Backup-Transportverfahren für das Clearing im Interbankenzahlungsverkehr gestellt. Auch dafür würde sich EBICS hervorragend eignen, beispielsweise EBICS als Backup für SWIFT. EBICS und SWIFT werden bereits bei einigen Banken parallel für das Clearing eingesetzt. Es scheint zudem unwahrscheinlich, dass sich der Regulierer auf Dauer mit einem einzigen Transportverfahren begnügt. In fast allen Bereichen der Bank wurden die Sicherheitsanforderungen deutlich verschärft, zum Beispiel durch die PSD II. Eine zukünftige Verschärfung der Sicherheitsanforderungen im Interbankzahlungsverkehr scheint daher nicht ausgeschlossen zu sein.