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Paukenschlag zur TRAVIC-Usergroup 2022 - Payments-as-a-Service im Doppelpack

Die TRAVIC-Usergroup hat nach dreijähriger Zwangspause endlich wieder live stattgefunden. Dabei wurden Neuerungen rund um die TRAVIC-Suite und produktbezogene Workshops auf das Parkett gebracht und in einem gemeinschaftlichen Rahmen auf Bedürfnisse und Fragestellungen im Deep Dive eingegangen. Aber: Das war noch nicht alles – die mit Spannung erwarteten Guest Speaker Alexander Merkel (Deutsche Bundesbank) und Nico Frommholz (Hamburg Commercial Bank) ließen aufhorchen: Herr Merkel skizzierte den Status quo und wagte einen Blick über den Tellerrand, indem er beleuchtete, welche Erwartungen, Chancen und Risiken es bei dem Thema „Crypto Currencies / Digitaler Euro“ im Auge zu behalten gilt. Herr Frommholz, seines Zeichens Director Head of Payment Operations, hat das Schwerpunktthema Payments-as-a-Service mit dem Vortrag "SEPA ist live" eröffnet – ein Thema, das PPI AG verstärkt in den Fokus nimmt und zusätzlich zu EBICS, mit aller Kraft um- und antreibt.

Mit dem Go-live der HCOB gelingt es PPI AG, nachweislich eine bedeutungsvolle Lücke am Payments-as-a-Service-Markt zu besetzen. Aber es kommt noch besser: Die britische Internet-Direktbank Revolut setzt für ihre Expansion in den EU-Raum auf die Datenaustauschlösung TRAVIC-Interbank und auch auf das Payment-as-a-Service-Modell – cloudbasiert und von der PPI AG. Die 2015 in London gegründete Neobank Revolut zählt aktuell rund 18 Millionen Privatkunden, die die Finanz-App des Unternehmens nutzen. Im Januar 2022 startete Revolut in Deutschland und neun weiteren europäischen Ländern ihr Bankdienstleistungsangebot. Für die offensive Erschließung des EU-Marktes benötigt Revolut als Nicht-EU-Bank eine Verbindung zur European Banking Authority (EBA) sowie den technischen Anschluss an das EBA Clearing – insbesondere an das Echtzeitzahlungssystem RT1 für SEPA Instant Payments und die STEP2-Plattform für den regulären SEPA-Zahlungsverkehr. Realisiert wird dieser Anschluss durch die Datenaustauschlösung TRAVIC-Interbank sowie das Payments-as-a-Service-Modell.

Das Hamburger Beratungs- und Softwarehaus PPI AG wird so zum Rundum-Dienstleister im europäischen Zahlungsverkehrsgeschäft. Die Payments-as-a-Service-Lösung erweitert die Sparten Consulting und Softwareprodukte um ein Komplettangebot und rundet damit das Leistungsportfolio des Hamburger Unternehmens ab. Somit zählt PPI mit seinen Teams an spezialisierten Beratern und seiner TRAVIC-Suite zu den europäischen Marktführern im Zahlungsverkehr. „Wir sind nun in der Lage, Payments-as-a-Service in der gesamten Bandbreite der Zahlungsabwicklung für Banken anzubieten. Diese können dadurch ihre IT-Abteilungen entlasten, ihre Ressourcen effizient einsetzen und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern“, befand Dr. Thorsten Völkel, Vorstandsvorsitzender der PPI AG. Ein Prachtexempel dafür, dass die TRAVIC-Suite nicht nur die zentrale Softwarelösung dafür ist, sondern vor allem die Zukunft bildet, für eine standardisierte, mehrmandantenfähige, moderne und gehostete Zahlungsverkehrsplattform für den europäischen Bankenmarkt! Mit diesen Leistungen ermöglicht die PPI AG Banken und Versicherungen den Betrieb ganzer Wertschöpfungsketten als Software-as-a-Service. Das modulare Portfolio reicht von der Bereitstellung und dem Betrieb der IT-Infrastruktur bis hin zu vielfältigen Services und begeistert nicht nur auf Grund seiner Internationalität, seiner technischen Komplexität, sondern vor allem auch auf der Compliance- und Legal-Ebene.

Anhand dieser Erfolgsmeldungen sieht man klar, was uns verbindet: die Leidenschaft für exzellente Payments-Software und -Beratungsleistung. Wir sind überglücklich, mit der Usergroup 2022 diesem Streben Ausdruck verliehen zu haben. Wie wir alle gelernt haben, ist es eine Selbstverständlichkeit gewesen, Fakten und Lösungen zu Fragestellungen in digitalen Meetings und Calls auszutauschen. Aber gerade die gegenseitige und gemeinschaftliche Inspiration, von der die Weiterentwicklung der TRAVIC-Produkte seit jeher profitiert, die durch den lebendigen, lebhaften und leibhaftigen Austausch von Angesicht zu Angesicht geprägt ist, vermissten wir. Umso größer war die Freude, an diese symbiotischen Schwingungen wieder feierlich anknüpfen zu können und zwei Tage lang die geschätzte PPI-Kundschaft mit einem prall gefüllten und abwechslungsreichen Programm zu beehren: von der Vorstellung neuer TRAVIC-Produkt-Releases, über Use Cases und jüngste Erfahrungsschätze, bis hin zu vertiefenden Diskussionen mit den Kunden im Rahmen der produktspezifischen Workshops.

Autor: Andreas Löwe

 

Schneller und einfacher - Automatisierungsfortschritt beim Einrichten von EBICS-Bankzugängen

Der Zahlungsverkehr mit EBICS verbreitet sich weiter in Europa. Zuletzt hat sich nun auch Österreich zum sicheren Standard für Firmenzahlungsverkehr bekannt. Doch höchste Sicherheit erfordert die Einhaltung des Standards und eine genaue Prüfung beim Einrichten der digitalen Geschäftsbeziehung. Bei der Erstinitialisierung der EBICS-Bankzugänge legen einige Schritte den Ablauf fest: Der EBICS-Client erzeugt bei der Initialisierung eines EBICS-Bankzugangs einen Teilnehmerbankschlüssel, der an den Bankrechner gesendet wird. Zusätzlich wird auf dem Postweg ein vom Teilnehmer unterschriebener Brief mit dem öffentlichen Bankschlüssel zur persönlichen Identifikation an die Bank gesendet und dort geprüft. Ist alles korrekt, gibt die Bank den eingerichteten Bankzugang frei und sendet dem Teilnehmer ein Begrüßungsschreiben, das einen recht langen Hashwert zum Abgleich enthält. Diesen Hashwert gibt der Anwender manuell in der Konfigurationsmaske des EBICS-Clients ein. 

Eine erfolgreiche Schlüsselfreigabe erfordert natürlich, dass der Hashwert fehlerfrei abgetippt wird. Der Papierbrief sichert zwar „getrennte Kanäle“ der Prozesse, wird jedoch von vielen Anwendern als sehr mühsam und zeitaufwändig empfunden. Und der finale Freischaltungsprozess durch die Bank kann einige Tage dauern, bis der Teilnehmer schließlich den EBICS-Bankzugang im EBICS-Client nutzen kann.

Kann man das nicht einfacher und schneller erledigen und den Anwender entlasten?
Banken, die webbasierte Firmenkundenanwendungen betreiben, können das Vertrauen, das ihnen entgegengebracht wird, nutzen. Sie können die ihnen bereits bekannten Hashwerte der unterschiedlichen EBICS-Banken zentral in ihrer Webanwendung speichern und damit für alle ihre Kunden nutzbar machen. Unbekannte oder falsch hinterlegte Hashwerte werden ignoriert und die Freischaltung des Teilnehmers bleibt, wie sie war. 

Die manuelle Eingabe der Hashwerte jeder EBICS-Bankverbindung durch den Anwender könnte damit entfallen. Sobald sich der Anwender an diesem Bankzugang initialisiert und von der Bank freigeschaltet ist, werden die Hashwerte der öffentlichen EBICS-Bankschlüssel automatisch abgeholt und mit den hinterlegten Werten im Hintergrund abgeglichen. Ist diese Prüfung erfolgreich, können die zugeordneten Auftragsarten des Teilnehmers automatisch per HTD abgeholt werden. Der Anwender kann nach Abholung der Auftragsarten den Bankzugang sofort nutzen. Das spart Zeit und schont die Nerven des Anwenders durch den Wegfall der Eingabe des bis zu 32 Zeichen langen Hashwerts.
All das wurde in TRAVIC-Port mit Version 4.6 der PPI AG realisiert und ist bei ersten Betreibern im Einsatz.
 

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Seit Version 4.6 von TRAVIC-Port laufen die letzten Schritte im Initialisierungsprozess zum Hashwertabgleich bei Nutzung der Zusatzlizenz automatisiert ab.

Die Beschleunigung und Vereinfachung dieser Prozesse kommen bei den Anwendern gut an. Der initialisierte Bankzugang sichert den Firmenzahlungsverkehr nach wie vor mit allen Vorzügen des EBICS-Standards. Und für die Banken bedeutet dies einen weiteren Schritt in der Prozessbeschleunigung durch Automatisierung im Firmenzahlungsverkehr.

Autor: Christian Veith


Kartenzahlungen in Zeiten einer Pandemie

Ein Sprichwort sagt „Die Flut hebt alle Boote, auch die mit Löchern im Rumpf“.
Hier gilt dies natürlich nicht im Sinne einer Katastrophe, sondern positiver exogener Effekte auf den Zahlungsverkehr und eine ganze Industrie.
 
Die letzten anderthalb Jahre der globalen Pandemie waren für den kartengestützten Zahlungsverkehr ebendies – eine Flut für nahezu alle Parteien. Die Transaktionszahlen für Kartenzahlungen gingen durch die Decke, manche sprechen sogar davon, dass gerade der Lebensmitteleinzelhandel viermal Weihnachten hatte. Insbesondere die von vielen Deutschen präferierte girocard hat hiervon profitiert. Die Anzahl der Transaktionen sind im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr um 4,7% gestiegen, während der Gesamtumsatz um 2% zugenommen hat. Die girocard wurde also deutlich mehr eingesetzt, während die Größe der Warenkörbe sich nicht signifikant verändert hat. (1)

Gleiches gilt für die zunehmende Verbreitung von kontaktlosen Zahlungen. Während die Kartenschemes und Issuer jahrelang mit enormen Summen darum geworben haben die NFC-Funktion von Karten zu nutzen und die kundenseitigen Hemmungen abzubauen, hat die Pandemie in einem Fingerstreich die Popularität auf ein „new normal“ gehoben. Bereits 64% aller girocard-Transaktionen waren im ersten Halbjahr 2021 kontaktlos.1 Kunden haben diese schon lange bestehende Funktion endlich verstanden und zum Quasistandard gemacht – kein Werbekostenzuschuss hätte das in der Kürze der Zeit erreichen können.

Die Entwicklung des enormen Anstiegs von girocard-Transaktionen ist insofern spannend zu beobachten, als dass es zunehmend Institute gibt, welche die bisherige Co-Badging-Strategie (also girocard in Kombination mit V Pay/Maestro) in Frage stellen und teilweise ganze Portfolien auf die nativen Debit-Lösungen der großen Kartenschemes (Mastercard/Visa Debit) umziehen. Dieser Wandel am deutschen Kartenmarkt wird sich grundsätzlich in den nächsten Jahren fortsetzen und perspektivisch die Dominanz der girocard in Deutschland in Frage stellen. In diesem Zusammenhang wird es auch interessant zu beobachten, inwiefern sich der Acquiring-Markt in Deutschland – bisher von den großen Netzbetreibern dominiert – entwickelt.

Ein wichtiger Impuls in diesem Kontext ist eine europäischen Zahlungsverkehrsinitiative, welche gerade in Deutschland vorangetrieben wird. EPI (European Payments Initiative) soll eine paneuropäische Kartenlösung bereitstellen, welche Zahlungen im stationären Handel und im E-Commerce innerhalb des europäischen Binnenmarkts übergreifend und unabhängig von internationalen Schemes ermöglichen soll. Hierbei sollen nach aktuellem Stand bestehende nationale Kartensysteme miteinander verbunden und idealerweise in allen europäischen Ländern ausgerollt werden. EPI setzt hierbei auf Instant Payments als den neuen europäischen Standard und möchte neben der Kartenlösung ebenfalls eine Mobile Wallet anbieten. Verlässt man zukünftig dann Europa, ist man jedoch wieder auf die globalen Brands angewiesen.

Schaut man in den E-Commerce, bietet sich ein ähnliches Bild: in Deutschland wurde unter der „#DK Initiative“ die frisch fusionierten Bezahllösungen paydirekt und giropay sowie Kwitt und girocard gebündelt, um sich mit einer schlagkräftigen Payments-Lösung zu positionieren. Die Herausforderungen sind hier ähnlich wie bei EPI und ein Erfolg ist nur realistisch, wenn man die unterschiedlichen Interessen vieler Parteien vereinen kann.

All diese Initiativen und Veränderungen der bestehenden Systeme werden fortlaufend durch neue FinTechs, welche relevante Nischen im Zahlungsverkehr besetzen, herausgefordert. Hier werden auch sozial relevante Themen wie zuletzt der „true name“ auf Kreditkarten schnell und werbewirksam umgesetzt.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich die Pandemie bisher als Beschleuniger vieler bestehender Entwicklungen im kartengestützten Zahlungsverkehr erwiesen und Veränderungen angestoßen hat, welche die Branche auf die nächsten Jahre hinweg prägen werden. Jetzt muss sich zeigen, ob sich nach den Sondereffekten der Pandemie eine Abflachung auf ein „new normal“ einstellt oder sich der schnelle Wandel fortsetzt und zu grundlegenden Änderungen am Markt führt.

Autoren: 


Sebastian Litschke 

Jonathan Kutkuhn 

 

(1) girocard Halbjahreszahlen 2021: https://www.girocard.eu/presse-mediathek/pressemitteilungen/2021/girocard-halbjahreszahlen-2021/