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“EBICS as a Service” – Ein Betriebsmodell für mittlere und kleinere Finanzinstitute

Dass sich EBICS als Protokoll im Transaction Banking in der Schweiz durchsetzen wird, ist eigentlich unbestritten. Großbanken und größere Kantonalbanken bieten es bereits an oder sind dabei, eine EBICS-Schnittstelle für Ihre Firmenkunden zu implementieren. Der nächste Schritt wäre eine gemeinsam nutzbare „EBICS as a Service“-Plattform, für die sich jedoch noch ein Anbieter finden muss. 


Die Vorteile einer sicheren, standardisierten und kostengünstigen Punkt-zu-Punkt-Kommunikation sind offensichtlich, so dass das Thema inzwischen auch auf der Agenda von kleineren und mittleren Finanzinstituten auftaucht. Je nach Institut und der anvisierten Anzahl Kunden, welche über EBICS angebunden werden sollen, erscheint manchem Management der Initialaufwand für die Beschaffung, die Installation und den Betrieb eines EBICS-Produktes als sehr hoch.

Fairerweise muss man diesen Bedenken auch als Produktanbieter Rechnung tragen, denn die Umsetzung eines EBICS-Projektes resultiert in einem fünf- bis sechsstelligen Betrag – für manch kleinere Bank ein bedeutender Posten im Budget. Insbesondere in der Schweiz, wo es rund hundert Institute in diesem Segment gibt, wie zum Beispiel kleinere Kantonal- oder Privatbanken, stellt sich die Frage: Warum bietet noch kein Anbieter „EBICS as a Service“ im hiesigen Markt an? Die Vorteile der gemeinsamen Nutzung einer EBICS-Plattform liegen eigentlich auf der Hand und es gäbe auch prädestinierte Anbieter im Markt, welche so ein Angebot auf die Beine stellen könnten.
Analog der Outsourcing-Services für den Betrieb von Banken-Plattformen könnte ein mandantenfähiges EBICS-Modell implementiert werden. Bereits ab einer geringen Anzahl Bankteilnehmer rechnet sich der Business Case und es entsteht eine Win-Win-Situation für alle Akteure. Der Anbieter der Lösung kann mit einem erweiterten Service-Angebot auftreten und amortisiert bei steigender Verbreitung und Nutzung des Standards die Investition in Kürze. Kunden, in dem Fall Banken, können zu geringen Investitions- und reduzierten Betriebskosten ihren Firmenkunden diesen Zugang anbieten und somit in Bezug auf die Anschlussmöglichkeiten zu den Großbanken aufschließen.

Was braucht es jetzt noch? Natürlich ein entsprechendes Produkt, welches auf den Mandanten-Betrieb ausgelegt und bezüglich Operating-Funktionalitäten auf den Betrieb im Rechenzentrum optimiert ist. Des Weiteren einen innovativen Anbieter für Banken-IT-Lösungen, welcher hier als erster in die Bresche zu springen bereit ist. Kandidaten gäbe es in der Schweiz wie gesagt einige, angefangen bei den Betreibern von Avaloq- oder Finnova-Lösungen über klassische Rechenzentren bis hin zu Insourcing-Lösungen größerer Institute.

Wir sind gespannt, wer sich diese Option im Schweizer Markt sichern wird.

Carsten Miehling