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Startschwierigkeiten beim Onboarding von Schweizer EBICS-Kunden

In früheren Blogbeiträgen haben wir bereits über den Start von EBICS in der Schweiz berichtet. Erste Kreditinstitute bieten inzwischen den multibankfähigen Standard an, weitere befinden sich noch in der Angebotsplanung. Der Fokus richtet sich daher nun langsam auf die Firmenkundschaft, die die neuen Schnittstellen nutzen möchte, genauer gesagt auf die dort einzusetzende EBICS-Client-Software.

Die erste Umfrage Anfang dieses Jahres in der Schweizer Softwarehersteller-Gemeinde zum Support von EBICS in ihren Client-Produkten war durchweg positiv. Die Mehrzahl der Anbieter hat EBICS als Protokoll bereits implementiert und kann produktive Verbindungen mit den beiden Großbanken vorweisen. Um dem Kunden das Aufschalten einer neuen Schnittstelle zu vereinfachen, bieten einige der Softwarelösungen sogenannte EBICS-Profile für das jeweilige Institut in ihren Installationsprogrammen an. Der Kunde entscheidet vor der Initialisierung, mit welcher Bank er sich verbinden will und das Programm belegt automatisch Institut-spezifisch die wichtigsten Verbindungs- und Konfigurationsparameter (Version, EU-Verfahren, Hostname, Zertifikat-Aussteller, unterstützte Auftragsarten, URL, etc.).

Möchte nun der Kunde eine weitere Bank anbinden, welche EBICS neu anbietet, benötigt er oftmals eine neue Softwareversion des Herstellers, welche gemäß dem soeben beschriebenen Verfahren die neue Institut-spezifische Konfiguration enthält. Das an sich kundenfreundliche Setup verkehrt sich hier auf einmal ins Gegenteil, denn wer möchte nur wegen einer neuen Bankverbindung gleich die gesamte Software updaten? Gewünscht wäre an dieser Stelle ein konfigurativer Ansatz, bei welchem ich als Kunde die relevanten EBICS-Parameter für die neue Verbindung selbst erfassen kann.
Wenn der Hersteller dann für solche Updates noch Releasegebühren verlangt, wird man den Eindruck nicht los, dass hier auf Kosten des Kunden für ein eigentlich triviales Problem gerne Kasse gemacht wird. Es liegt jetzt wohl an den Banken, sich einen Überblick über die jeweiligen Lösungen zu verschaffen und dieses dann in der Kundenberatung entsprechend einfließen zu lassen, wenn es um die Frage geht, welche EBICS-Software am besten für den Anschluss an das eigene Institut geeignet ist.

Für Schweizer Hersteller, welche noch kein EBICS-Protokoll installiert haben, hier zum Abschluss noch ein Tipp: Die Konfiguration einer neuen EBICS-Verbindung sollte kein „Hexenwerk“ sein, wenn von Anfang an darauf geachtet wird, dass diese z.B. über einen Dialog vom Kunden selbst wahrgenommen werden kann. Für die Einbindung des EBICS-Protokolls sei an dieser Stelle auch noch auf den EBICS-Kernel von PPI verwiesen (siehe Softwarebausteine auf der PPI-Homepage), der den gesamten Umfang von EBICS in Form einer Software-Library zur Verfügung stellt.

Carsten Miehling