EBICS 3.0 auf der Zielgeraden

Spätestens zum 22. November dieses Jahres ist es so weit. Von diesem Tag an sind deutsche Zahlungsverkehrsdienstleister verpflichtet, ihren Firmenkunden EBICS 3.0, genau genommen EBICS 3.0.1, parallel zur bisherigen Version 2.5 anzubieten. Für die Schweiz hat die SIX ebenfalls eine Empfehlung für die Unterstützung von EBICS 3.0 ab November 2021 abgegeben, und in Frankreich kann EBICS 3.0 bereits seit Januar 2018 offiziell von Finanzdienstleistern angeboten werden.
Die Deutsche Bundesbank hat angekündigt, ab dem 22. November 2021 für eine Übergangszeit von einem Jahr vollständig auf EBICS 3.0 umzustellen. Ähnlich positioniert sich die EBA Clearing bei ihren EBICS Diensten.

Was bedeutet die EBICS-Umstellung nun für alle EBICS-Beteiligten?

Banken und Finanzdienstleister rüsten sich für November 2021. EBICS-3.0-fähige Systeme sind hier bereits in vielen Fällen im Einsatz. Eventuell ist EBICS 3.0 lediglich noch nicht für die Nutzung freigeschaltet.

Für die Übergangszeit von EBICS 2.x auf EBICS 3.0 müssen auf Seiten der Bank- und Firmenkunden die spezifizierten bzw. vereinbarten BTF- und Auftragsarten-Mappings hinterlegt sein. Diese können später einmal entfallen, wenn für neue EBICS Geschäftsvorfälle in Zukunft keine Auftragsarten bzw. FileFormat-Parameter mehr spezifiziert werden. 

Alle Parteien sollten bereits vor der Migration auf EBICS 3.0 den Crypto LifeCycle (siehe Crypto LifeCycle auf www.ebics.de) für EBICS berücksichtigen. Damit verbunden sind Mindestschlüssellängen, Schlüsselverfahren und TLS-Vorgaben, die erfüllt sein müssen. EBICS 2.3 ist durch die darin definierten Schlüsselverfahren automatisch ab dem 22. November hinfällig.
All das setzt aktuelle EBICS-Software voraus. Firmenkunden sollten sich daher frühzeitig um ein EBICS-3.0-Update ihrer EBICS-Clients kümmern, um so auf die EBICS-Umstellung der Banken reagieren zu können. Um eine aufwändige Neuinitialisierung zu vermeiden, sollten bereits vor der bankseitigen Abschaltung von Schlüsselverfahren und -längen sowie EBICS-Versionen clientseitig entsprechende EBICS- und Schlüssel-Updates abgeschlossen sein.  Die Schlüssel-Updates sind u. U. Voraussetzung für die Migration auf EBICS 3.0.

Da für EBICS 3.0 das textbasierte Kundenprotokoll (Auftragsart PTK) nicht mehr spezifiziert ist, kann es sein, dass Banken dieses für EBICS 3.0 nicht mehr anbieten. Sollte das Kundenprotokoll-Monitoring von Firmenkunden noch auf dem PTK basieren, ist für diese eine frühzeitige Umstellung auf das XML-basierte HAC zu empfehlen.

Firmenkunden können sich zudem über ein paar neue Funktionen freuen, die ihnen EBICS 3.0 jetzt bietet. Dazu zählen u.a. die technische Doppeleinreicherkontrolle, die optionale Angabe des Originaldateinamens beim Upload und das VEU-Flag (VEU= Verteilte Elektronische Unterschrift), mit dem der Firmenkunde direkt steuern kann, ob sein eingereichter Auftrag in den VEU-Prozess laufen soll oder direkt zu prüfen ist. 

So viel zu einigen relevanten Punkten, die ich für einen erfolgreichen Zieleinlauf mit auf den Weg geben möchte. Letztlich gilt es, auf die nahende EBICS-Umstellung vorbereitet zu sein und die notwendigen Vorkehrungen zu treffen.

Und wie sieht es bei Ihnen aus? Haben Sie auch schon den Zielspurt zu EBICS 3.0 eingeleitet?


Autor: Michael Lembcke

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