Formatfehler bei EBICS-Aufträgen – Testservices können helfen

EBICS wurde speziell für den sicheren und performanten Datenaustausch von Dateien beliebiger Größe im Banken-Firmenkundengeschäft konzipiert. Für Zahlungsverkehrsaufträge gilt, dass eine Datei, die zum EBICS- Server hochgeladen wird, inhaltlich stets dem definierten Geschäftsvorfall (Auftragsart, FileFormat-Parameter oder BTF) und den dafür spezifizierten Formatvorgaben entsprechen muss. Bei Zahlungsverkehrseinreichungen sind Sammeldateien mit Einzeltransaktionen, die nach Auftraggeberkonten gruppiert sind, gängige Praxis. Die Protokollierung (HAC und PTK) der serverseitigen EBICS-Vorgänge ist für Zahlungsverkehrsaufträge z. T. formatspezifisch. Die Berechtigungsprüfungen und die Protokollierung erfordern es daher, dass der EBICS-Bankrechner das Einreichungsformat zumindest in den relevanten Stellen kennt und auslesen kann (z. B. Auftraggeberkonto und Betrag). Zum Auslesen der Informationen führt der EBICS-Bankrechner eine Formatprüfung durch. Bereits bei dem ersten erkannten Formatfehler bricht der EBICS-Bankrechner üblicherweise die Prüfung ab. Der Auftrag wird mit Formatfehler abgelehnt und im Kundenprotokoll dokumentiert.

Weshalb wird keine vollständige Prüfung der Datei durchgeführt, und weshalb werden die Fehlerdetails nicht ins Kundenprotokoll geschrieben?

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zunächst umfasst die übliche Servicevereinbarung für das E-Banking per EBICS die Einreichung und zügige Verarbeitung von korrekten Dateien. Eine umfangreiche Formatverifikation mit Fehlerprotokoll ist nicht inbegriffen und auch nicht Kernaufgabe eines EBICS-Bankrechners. Zudem sollen die Bankrechnerkapazitäten für die unverzügliche Abarbeitung formatkonformer Aufträge genutzt werden und nicht für die Analyse von ohnehin fehlerhaften Dateien.

Wie aber kann eine Bank ihren Firmenkunden einen Service anbieten, der die Qualität von Zahlungsverkehrsaufträgen in Bezug auf Format und Fachlichkeit steigert, ohne dabei den EBICS-Bankrechner unnötig zu belasten?

Dafür könnten Kunden Testservices wie die ISO-20022-Testplattform nutzen. Im Rahmen der Harmonisierung des Schweizer Zahlungsverkehrs bieten bereits heute Schweizer Banken ihren Kunden eine Testplattform zum Test von Ein- und Auslieferungsformaten des Zahlungsverkehrs an.
Die Testplattform ahmt die spezifische Produktion der Bank nach. Mit der Testplattform können unter anderem XML-basierte Kunde-Bank-Meldungen validiert und die Schnittstelle Bank-an-Kunde simuliert werden.

Eine Erweiterung der ISO-20022-Testplattform um die Prüfung von Zahlungsverkehrsaufträgen auf spezifizierte Formatvorgaben und Fachlichkeit kann die Qualität der Datei noch erheblich verbessern. Durch eine im Voraus durchgeführte umfassende Formatverifikation von Zahlungsverkehrsaufträgen können Fehler mithilfe eines detaillierten Fehlerprotokolls schnell und einfach identifiziert werden.
Dateien, die hinsichtlich Format und Fachlichkeit nicht korrekt sind, können so schon in einer Vorabprüfung durch einen Testservice erkannt und korrigiert werden, bevor sie zum EBICS-Server hochgeladen werden.


Autoren: Aline Wendler und Michael Lembcke

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