Die Luzerner Kantonalbank setzt auf EBICS

EBICS wird nun erstmals in vollem Umfang von einer Schweizer Kantonalbank unterstützt. Damit setzt die Luzerner Kantonalbank (LUKB) ein Ausrufezeichen in der Schweiz. EBICS soll schon in 2014 von der LUKB live eingesetzt werden. Es freut mich, dass sich EBICS weiter verbreitet und nun auch in der Schweiz deutlich an Fahrt gewonnen hat. Dazu hat auch die LUKB als First-Mover beigetragen.

Dass sich EBICS in der Schweiz so schnell durchgesetzt hat, hat aus meiner Sicht folgende Gründe:
  1. EBICS nutzt das Internet als Übertragungsmedium, das im Prinzip in jedem Unternehmen vor-handen ist. Damit ergeben sich für Firmen günstige Übertragungskosten. Zudem können EBICS-Produkte für Firmen in einem relativ großen Markt erworben werden, was wiederum ein gutes Preis-Leistungsverhältnis begünstigt.
  2. In der Schweiz gab es bis dato keinen einheitlichen Standard für die elektronische Kommunikation zwischen Firmenkunde und Bank. Hätte man sich entscheiden, einen Standard selbst zu entwickeln, wäre das Ergebnis dem EBICS-Standard höchstwahrscheinlich sehr ähnlich gewesen. Deshalb lag es nahe, sich des Originals zu bedienen.
  3. EBICS ist ein Standard, der von Banken für Banken gemacht wurde. Daher passt der EBICS-Prozess grundsätzlich auch zu Schweizer Geldinstituten. Mit einem Beitritt in die EBICS-Gesellschaft eröffnet sich für sie zudem die Möglichkeit, eigene Änderungsvorschläge einzubringen.
  4. Innovativ an EBICS ist vor allem die Multibankfähigkeit. Auch wenn das Für und Wider hier ausführlich diskutiert wurde: Ausschlaggebend war letztlich die Verbesserung des Services für den Kunden, die auch für die Schweizer Banken im Vordergrund steht.
  5. Ebenso kontrovers diskutiert wurde die Verteilte Elektronische Unterschrift (VEU). Anders als in Deutschland kann in der Schweiz jede Bank individuell entscheiden, ob sie diesen Service den Kunden anbieten möchte oder nicht. Dass die Geldinstitute hier frei wählen dürfen, erleichtert die Einführung von EBICS.
  6. Natürlich war für die Schweiz auch ein entscheidender Faktor, dass Deutschland und Frankreich schon EBICS einsetzen und europäisch agierende Firmen nach EBICS fragen. Zudem können so auch international neue Kunden gewonnen werden, ohne dass die Infrastruktur der Firmenkunden geändert werden muss.

Ich denke, dass dies auch die wesentlichen Gründe für die LUKB waren, EBICS zu nutzen. Besonde-res Augenmerk muss man auf die VEU legen: Es wird sehr interessant zu beobachten sein, wie sie sich entwickelt, wenn die ersten Banken bzw. deren Kunden sie nutzen.

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